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SHW51

Wohnung
Berlin, 2019-2020

Die in der Schwedterstraße im Prenzlauerberg gelegene Wohnung befindet sich im zweiten Stock eines 1883 errichteten Gebäudes, dessen Fassaden zur Straße und zum ersten Hinterhof weisen. Die große Tiefe des Gebäudes verlangte nach einer sorgfältigen Ausnutzung des einfallenden Tageslichtes.

Die bestehende Wohnung wies einen klassischen Grundriss auf, der die auf die beiden Fassaden ausgerichteten Zimmer um einen zentralen Flur gruppierte, allerdings mit der Besonderheit, dass der normalerweise 1,20 m breite Verteilerkorridor hier 2,70 m breit und die fensterlose Küche in diesem Bereich untergebracht war. Ansonsten waren alle zur Fassade und zum Hof hin gelegenen Räume Schlaf- bzw. Wohnzimmer, mit Ausnahme eines überdimensionierten Badezimmers mit gerundeter Eckbadewanne vor dem Fenster.

Die Wünsche der gegenüber unkonventionellen Lösungen aufgeschlossenen Kundin konnten dank eines flexiblen Kostenbudgets sehr detailliert und ohne Beeinträchtigung der Funktionalität umgesetzt werden. Priorität hatte der Einbau mehrerer Toiletten sowie die Erhaltung der großzügigen Räumlichkeiten des Altbaus.

Als naheliegendste Lösung bot sich der Austausch von Küche und Bad an, um die im Badezimmer entbehrlichen Vorzüge des Hofzimmers der Küche zugute kommen zu lassen und den zentralen Flur für die Funktion des Bades zu nutzen. Die Küche erhielt so Tageslicht, eine direkte Belüftung sowie einen Ausblick auf den Hof und eine bessere Anbindung an Eingang wie auch Wohnzimmer. Die zentrale Position des Bades ermöglicht den Zugang aus beiden Schlafzimmern und vom Eingang her.

Alle weiteren Eingriffe zielten auf eine bessere Erschließung der vorhandenen baulichen Gegebenheiten. Das Badezimmer wurde unterteilt in einen eher privaten, geschlossenen Bereich sowie einen offeneren, undefinierten Teil, der eine Art Durchgang zwischen den beiden Schlafzimmern bildet und als Haushaltsraum genutzt werden kann. Diese Untergliederung des Badezimmers ermöglicht die gleichzeitige Benutzung der Räumlichkeit von bis zu vier Personen. In der Küche sind die Einbauten L-förmig auf einer Seite des Raumes zusammengefasst und nivellieren einen dort vorhandenen Kaminvorsprung, während die gegenüberliegenden Seite als Freiraum erhalten bleibt.
Ferner wurden die zum Hof gelegene Küche und das Schlafzimmer sowie der zur Straße gelegenen Wohn- wie auch der weitere Schlafbereich durch je eine großzügig bemessene Türe verbunden, um eine vielfältigere Nutzung der jetzt kreisförmig aneinander gereihten Räume der Familienwohnung zuzulassen.

Die verwendeten Materialien betonen den unterschiedlichen Charakter der Umbauten. Die am stärksten veränderten Räume kennzeichnet eine moderne Ausführung unter Verwendung industrieller Materialien in Form von grauer Keramik als Bodenbelag und Sockelleisten im Zusammenspiel mit den hellgrauen MDF-Platten der Einbauschränke. Den bis auf die zwei Türöffnungen nahezu unverändert gebliebenen Räumen wurde ein dezidiert historisches Erscheinungsbild in Form von wiederverwerteter alter Fußleisten, Profiltüren und massiver Eichendielen sowie heller, neutraler Wandfarben gegeben.

STAND

gebaut

ORT

Berlin, Deutschland

FERTIGSTELLUNG

2020

ARCHITEKTEN

César Trujillo Moya

BAUHERR

privat

BRUTTOFLÄCHE

88,60m²

FOTOGRAFIEN

Philipp Obkircher